Vom Reichstag zum Bundestag in Berlin
 
 

Unsere neue Bundeshauptstadt 1990 bis heute
 

Als in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 1990 vor dem Reichstagsgebäude die Vollendung der Deutschen Einheit in Frieden und Freiheit gefeiert wurde, waren auch die Mitglieder des Deutschen Bundestages in der neuen Bundeshauptstadt anwesend, um in einem Staatsakt die Deutsche Einheit zu begehen. Außer den Sonderpostwertzeichen zur Deutschen Einheit (Mi Bund 1477-1478), die am 3. Oktober 1990 ihren Erstausgabetag hatten und für deren Abgabe in den größeren Städten mindestens ein Schalter einige wenige Stunden geöffnet hatte, wurde an diesem Tag beim Postamt 1000 Berlin 12 ein Besonderer Stempel (Rundform, ohne bildliche Darstellung) geführt. Im Amtsblatt Nr. 76 vom 27. September 1990 stand in der Verfügung P 312/1990 u.a. folgender Hinweis: "Der Besondere Stempel wird am 3.10.1990 auch an den anlässlich der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit im Reichstagsgebäude eingerichteten Schaltern sowie in dem vor dem Reichstagsgebäude aufgestellten Fahrbaren Postamt geführt."

Für geladene Gäste waren bereits am Vorabend ab 20 Uhr im Reichstagsgebäude Schalter geöffnet worden, die ab 0 Uhr auch die Sonderpostwertzeichen „Deutsche Einheit“ zu 50 und 100 Pf, die noch rechtzeitig hergestellt und den Schaltern zugeführt werden konnten, verkauften und mit dem Ersttagsstempel bedruckten. Echt laufende Sendungen wurden nur in einem geringen Umfang eingeliefert. Die Schalter schlossen gegen 3 Uhr.

Für die Öffentlichkeit war auf dem Platz von 10 bis 16 Uhr ein fahrbares Postamt geöffnet, das Postwertzeichen verkaufte, gewöhnliche und eingeschriebene Postkarten und Briefe annahm und auf entsprechenden Vorlagen den Ersttags- sowie den Besonderen Stempel „Deutsche Einheit / Staatsakt in Berlin“ abdruckte.

Am Vormittag wurden mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Marienkirche die Feierlichkeiten fortgesetzt und fanden ihren Höhepunkt in einem Staatsakt in der Philharmonie (Mi Berlin 775), wo Bundespräsident Richard von Weizsäcker, Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth, die ehemalige Volkskammerpräsidentin Sabine Bergmann-Pohl und Bundesratspräsident Walter Momper sprachen. Ausklang des Festes der Einheit war die Aufführung der 9. Symphonie Ludwig van Beethovens (1770 bis 1827) (Mi DR 389, 392 x/y, Bund 317, Bl 2, 358 y a/b, 616, 2306, Berlin 87, 210, DDR 300-301, 1537, 1631, Bl 33, Rheinland-Pfalz 1, 12, 16, 27, 32) im Schauspielhaus am Gendarmenmarkt (Mi Bund 1877, Berlin 58) und des War Requiems von Benjamin Britten (1913 bis 1976) in der Gethsemane-Kirche am Prenzlauer Berg in Berlin.

Einen Tag später, am 4. Oktober 1990, kam gegen 10 Uhr im Reichstagsgebäude der Deutsche Bundestag zu seiner 228. Sitzung zusammen. Es war die erste Sitzung des gesamtdeutschen Parlaments. Wohl auf Anregung der Bundestagspräsidentin wurde mit Verfügung P 317/1990 ein weiterer Besonderer Stempel eingesetzt 1000 Berlin 12, „Gesamtdeutsches Parlament / 1. Sitzung in Berlin“ (Rundform ohne bildliche Darstellung): "Der Besondere Stempel wird am 4.10.1990 auch an den anlässlich der ersten Sitzung des gesamtdeutschen Parlaments im Reichstagsgebäude eingerichteten Schaltern sowie in dem vor dem Reichstagsgebäude aufgestellten Fahrbaren Postamt geführt."

Noch im Jahr der deutschen Einheit kam am 20. Dezember 1990 im Reichstagsgebäude der am 2. Dezember 1990 auch in den neuen Bundesländern gewählte 12. Deutsche Bundestag zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Im Reichstagsgebäude war wieder ein Sonderpostamt geöffnet, allerdings führte es neben einem reichen Angebot an Postwertzeichen nur einen Tagesstempel des Postamtes 1000 Berlin 12.

Mitte Mai 1991 kam der Deutsche Bundestag zu einer Sitzungswoche in Berlin zusammen. Wieder war im Reichstagsgebäude ein bedarfsorientiertes Sonderpostamt eingerichtet, das allerdings nur einen Tagesstempel führte.

Erst zur Tagung des Außenministerrates der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit (KSZE), die vom 17. bis 20. Juni 1991 im Reichstagsgebäude zusammentrat, setzte die Deutsche Bundespost am 19. und 20. Juni 1991 einen Sonderstempel (Rundform) mit der stilisierten Wiedergabe des Brandenburger Tores ein. Noch rechtzeitig vor der Tagung des Außenministerrates war am 4. Juni 1991 das Sonderpostwertzeichen zum 150. Geburtstag von Paul Wallot (Mi Bund 1536), dem Architekten des Reichstagsgebäudes, erschienen und ermöglichte beziehungsvolle Frankaturen.

Nach einer langen Debatte über den künftigen Sitz von Bundestag und Bundesregierung mit 107 Reden begleitet von Aktionen um das Bundeshaus zu Bonn verkündete am 20. Juni 1991 gegen 22 Uhr Bundestagspräsidentin Rita Süssmüth (CDU) das Ergebnis der Abstimmung, in der 337 Abgeordnete für Berlin und 320 für Bonn als Sitz von Parlament und Regierung gestimmt hatten. Die Einzelheiten des Umzuges wurden erst am 26. April 1994 im sog. "Berlin/Bonn-Gesetz" festgelegt.

Außer einer Konferenz der Innenminister des Bundes und der Länder über den immer stärkeren Strom von politischen Flüchtlingen und Asylanten Ende Oktober 1991 tagte der Deutsche Bundestag erst wieder vom 18. bis 20. Mai 1992 im Reichstagstagsgebäude. Zu beiden Veranstaltungen waren wieder bedarfsorientierte Sonderpostämter eingerichtet worden, die allerdings nur wieder einen Tagesstempel führten.

Zur Ausstellung „Fragen an die deutsche Geschichte“ wurde am 21. März 1993 in 1000 Berlin 12 ein Sonderstempel mit der bildlichen Darstellung des Reichstagsgebäudes (Ovalform) eingesetzt.

Am 23. Mai 1994 trat im Reichstagsgebäude die 10. Bundesversammlung zusammen, die Roman Herzog (geb. 1934) (CDU) zum Bundespräsidenten wählte. In Berlin 12 wurde ein Besonderer Stempel (Ovalform) eingesetzt. Beim Postamt Berlin 12 war von 9 bis 13 Uhr ein Sonderschalter (Einschreibnummernzettel 10619 Berlin 12 mit dem Unterscheidungsbuchstaben v) eingerichtet und im Reichstagsgebäude ein Sonderpostamt (Einschreibnummernzettel 10619 Berlin 12 mit dem Unterscheidungsbuchstaben w) geöffnet, das jedoch der Öffentlichkeit nicht zugänglich war. Am 1. Juli 1994 wurde Roman Herzog in einer gemeinsamen Sitzung von Bundestag und Bundesrat vereidigt und trat seine fünfjährige Amtszeit an.

Am 31. August 1994 verabschiedeten Bundeskanzler Helmut Kohl (geb. 1930) (CDU), Bundespräsident Roman Herzog und der russische Präsident Boris N. Jelzin (geb. 1931) in Wünsdorf (Brandenburg) die letzten russischen Soldaten. Ein Sonderstempel wurde nicht verwendet. Am 8. September 1994 wurden die Westalliierten feierlich in Berlin verabschiedet. Die Deutsche Bundespost setzte einen Besonderen Stempel (große Wappenform) ein. Nur Einschreibbriefe zeigen seine verschiedenen Einsatzstellen: Einschreibnummernzettel 10623 Berlin 12, „cd“ beim Philatelieschalter des Postamt 10623 Berlin 12, 10619 Berlin 12, „so“ beim Sonderannahmeschalter im Pressezentrum im ehemaligen Außenministerium der DDR, 10619 Berlin 12, „y“ beim Postamt 10178 Berlin 2 (Klosterstraße) und 10619 Berlin 12, „z“ beim Postamt 12679 Berlin-Marzahn 1. Die bei der Sonderstempelstelle verwendeten Einschreibnummernzettel lauten auf „10619 Berlin 12“, „a“.

Höhepunkt der parlamentarischen Arbeit im Reichstagsgebäude vor dem Umbau war am 10. November 1994 die konstituierende Sitzung des 13. Deutschen Bundestages.

Anlässlich des 50. Jahrestages der Beendigung des zweiten Weltkrieges kamen am 8. Mai 1995 Bundestag, Bundesregierung und Bundespräsident zu einem Staatsakt im Schauspielhaus am Gendarmenmarkt in Berlin zusammen. Bei der Postfiliale 10619 Berlin 12 wurde ein Besonderer Stempel (Ovalform) geführt, der als bildliche Darstellung das Schauspielhaus zeigt.

Während der Umbauphase machte das Reichstagsgebäude im Juni / Juli 1995 erneut von sich reden, als der Aktionskünstler Christo das Reichstagsgebäude verhüllte und für Wochen die Baustelle zur touristischen Attraktion werden ließ. Vom 19. Juni bis 6. Juli 1995 verwendete die Sonderpostfiliale 10619 Berlin 12 einen Stempel mit Post-Eigenwerbung (Ovalform) „Verhüllter Reichstag Projekt für Berlin“, die Einschreibnummernzettel 10619 Berlin 12 haben den Unterscheidungsbuchstaben so. Bereits im Herbst begannen nach der vollständigen Entkernung des Reichstagsgebäudes die Bauarbeiten nach einem Entwurf von Norman Foster (geb. 1935), zu der auch die Wiederherstellung der Kuppel, wenn auch in einer neuen Form und mit Materialien unserer Zeit, gehörte. Die gläserne Kuppel ist 23,5 Meter hoch und 800 Tonnen schwer. Eine 230 Meter lange schneckenförmige Treppe führt zur Aussichtsplattform.

Im Brennpunkt der Neugestaltung des Potsdamer Platzes (Mi Berlin 222) in Berlin richtete die Deutsche Post AG in der Info-Box vom 1. November 1996 bis 1. Oktober 1998 die Postfiliale 10117 Berlin Info Box ein, die außer einem Tagesstempel auch einen Handwerbestempel mit der Abbildung der Info-Box (Rundform) führte.

Am 4. Februar 1997 sagte der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl beim ersten Spatenstich für das neue Bundeskanzleramt: "Der Bereich des Spreebogens wurde freigehalten für den Tag, an dem Parlament und Regierung wieder von Berlin aus ihre Funktionen wahrnehmen würden. Der Tag kam, und ich empfinde dies immer noch als Geschenk, als einen Grund zu großer Dankbarkeit."

Im Laufe des Umzuges von Bonn nach Berlin wurde zur Einweihung des Pressezentrums der Bundesregierung am 31. Oktober 1997 in 10878 Berlin Zentrum ein Handwerbestempel (Ovalform) geführt, der als bildliche Darstellung den neuen Gebäudekomplex in der Nähe des Bahnhofs Friedrichstraße zeigt. Anlässlich der Veranstaltung „Vom Bonner Markt bis Unter den Linden“ wurde am 24. Juni 1998 bei der Postfiliale 53113 Bonn 12 ein Handwerbestempel (Ovalform) geführt. Der Stempel zeigt das Historische Rathaus, Bonn, und das Reiterdenkmal Friedrichs II. (des Großen) (1712 bis 1786) (Mi DR 390, 479-481, Bund 1292, Berlin 764) von Christian Daniel Rauch (1777 bis 1857) (Mi Berlin 172, 541) auf dem Mittelstreifen der Prachtstraße Unter den Linden in der Höhe der Humboldt-Universität und der Deutschen Staatsbibliothek.

Am 2. Oktober 1998 wurde das neue Stadtviertel „Potsdamer Platz“ durch Bundespräsident Roman Herzog eröffnet. 17 von insgesamt 19 Gebäudekomplexen waren zu diesem Zeitpunkt fertig gestellt und konnten ihren künftigen Besitzern und Mietern festlich übergeben werden. Im Rahmen der Eröffnung des „Daimler-Benz-Quartiers“ wurde in den Arkaden am Potsdamer Platz die Postfiliale 10785 Berlin 309 in Betrieb genommen. Aus diesem Anlass wurde am Festtag ein Handwerbestempel „Eröffnung der Postfiliale in den Potsdamer Platz Arkaden – Das neue Berlin“ (Ovalform) eingesetzt. Der Handwerbestempel 10117 Berlin, Info Box (Rundform), ging mit Schließung der Postfiliale 10117 Berlin Info Box an die neue Postfiliale 10785 Berlin 309 über, den sie noch bis zum 30.12.2000 auf Wunsch durchweg nur auf gewöhnlichen Sendungen abdruckte.

Durch den Beschluss des Deutschen Bundestages vom 20. Juni 1991, den Sitz von Parlament und Regierung in die neue Bundeshauptstadt zu verlegen, wurde das Reichstagsgebäude nach einem Wettbewerb, den der britische Architekt Norman Robert Foster gewonnen hatte, umfassend umgebaut und nach seiner Fertigstellung am 19. April 1999 dem Bundestagspräsidenten symbolisch zur Nutzung übergeben. Die übrigen Neubauten des Deutschen Bundestages wurden erst später fertig gestellt: Nämlich die Dorotheenblöcke mit Räumen für die Fraktionen, Abgeordneten und die Bundestagsverwaltung, der Luisenblock mit der Bibliothek des Deutschen Bundestages und der Alsenblock mit Räumen für die Ausschüsse, Abgeordneten und die Bundestagsverwaltung. Am 25. April 1999 hatte die Bevölkerung Gelegenheit, den neuen Sitz des Deutschen Bundestages in Augenschein zu nehmen. Die Deutsche Post AG feierte das Ereignis mit einem Stempel mit Post-Eigenwerbung (Ovalform) 12103 Berlin Zentrum, „Tage der Ein- und Ausblicke Plenarbereich Reichstagsgebäude“ mit der bildlichen Darstellung des Reichstagsgebäudes.

Am 21. Mai 1999 erschienen zwei Blockausgaben „50 Jahre Grundgesetz“ mit einer Marke zu 110 Pf (Mi Bund 2050, Bl 48) und „50 Jahre Bundesrepublik Deutschland“ mit vier Marken zu 110 Pf (Mi Bund 2051-2054, Bl 49), beide in einer Auflage von 8 Millionen, sowie eine Sonderganzsache (Mi Bund Uso 9). Ersttagsstempel wurden in 12103 Berlin Zentrum und 53111 Bonn geführt. In Bonn wurden die Ersttagsstempel außer bei der Postfiliale 1 am Münsterplatz, auch bei der Sonderstempelstelle und bei der Schalterstelle der Postfiliale 12 im Abgeordnetenhochhaus geführt.

Am 23. Mai 1999 trat im Reichstagsgebäude die 11. Bundesversammlung zusammen und wählte Johannes Rau (1931 bis 2006) (SPD) (Mi Bund 2528) zum neuen Bundespräsidenten. Die Deutsche Post AG setzte zur Bundesversammlung einen Besonderen Stempel 12103 Berlin Zentrum, „Wahl des Bundespräsidenten“, mit der bildlichen Darstellung des Reichstagsgebäudes (Ovalform) ein. Zum Staatsjubiläum wurden zwei weitere Besondere Stempel "50 Jahre Bundesrepublik Deutschland" mit der Bezeichnung 12103 Berlin Zentrum und 53111 Bonn (Ovalform) geführt. Als bildliche Darstellung zeigen die beiden Stempel die Porträts von Theodor Heuss und Konrad Adenauer. Wegen des Pfingstsonntags waren die Sonderstempelstellen in Bonn und Berlin geschlossen. Von Bedeutung war daher der Hinweis in Philatelie Aktuell in 22/1999, Seite 661: "Aus Anlass der Wahl des Bundespräsidenten wird die Filiale Berlin 309, Alte Potsdamer Straße 7, 10785 Berlin, am 23.5.1999 in der Zeit von 10.00 bis 14.00 Uhr geöffnet sein. Neben dem Besonderen Stempel zur Wahl des Bundespräsidenten werden in dieser Zeit auch Abdrucke der bildgleichen Besonderen Stempel Bonn und Berlin Zentrum "50 Jahre Bundesrepublik Deutschland" auf echt laufenden Briefen und Postkarten sowie aufschriftlosen Vorlagen abgegeben." Hinsichtlich des Besonderen Stempels mit der Bezeichnung 53111 Bonn ergab sich bei echt laufenden Sendungen die Besonderheit, dass solche an diesem Tage nur in Berlin abgestempelt werden konnten und Einschreibsendungen auf dem Einlieferungsbeleg als Annahmefiliale nicht 10785 Berlin 309, sondern 14055 Berlin SoPFi (wie im Messegelände) ausweisen. Im Reichstagsgebäude war durch die Deutsche Post AG ein philatelistischer Verkauf eingerichtet worden, Vorlagen und Sendungen wurden mit dem Besonderen Stempel zur Wahl des Bundespräsidenten bedruckt.

Nach der letzten Sitzung des Deutschen Bundestages am 1. Juli 1999 im Bundeshaus zu Bonn, auf der Johannes Rau, der neugewählte Bundespräsident, vereidigt wurde, ging der Umzug von Bundestag und Bundesregierung in seine heiße Phase. Auf dem Schienen- und Straßenweg wurde das Umzugsgut in die Bundeshauptstadt geschafft.

Im Zuge des Bonn-Berlin-Gesetzes beendete am 30. Juli 1999 der Deutsche Bundestag seine Arbeit in Bonn. Die Schalterstelle der Postfiliale Bonn 12 im Abgeordnetenhaus wurde geschlossen und mit Ablauf dieses Tages auch der Besondere Stempel „Bundeshaus“ zurückgezogen, der mit verschiedenen Amtsbezeichnungen und Postleitzahlen seit dem 15. November 1967 eingesetzt war. Am letzten Einsatztag wurden vier verschiedene „Bundeshaus“-Stempel geführt: Der Stempel mit Kennbuchstaben „a“ in der Postfiliale 53113 Bonn 12 (Ladenzeile), „b“ in der Schalterstelle 53113 Bonn 12 (Abgeordnetenhaus), „c“ und Gummiplatte „a“ mit dem feststehenden Datum „31.-7.99-12“ bei der Sonderstempelstelle.

Am 2. August 1999 nahm der Deutsche Bundestag seine Arbeit in Berlin auf. Die Deutsche Post AG richtete in einem Verwaltungsgebäude, Ecke Wilhelm- / Dorotheenstraße die neue Postfiliale 10117 Berlin 100 ein, die jedoch öffentlich nicht zugänglich war, wenn sich auch in der ersten Zeit die Zugangskontrollen auf Stichproben beschränkten. Wie schon beim Postamt 53 Bonn 9 und später 53(00) Bonn 12 wird auch bei der Postfiliale 10117 Berlin 100 ein Besonderer Stempel (Ovalform) eingesetzt. In "Philatelie aktuell", 2/99, Seite 7, wurde der ständige Einsatz des Besonderen Stempels (Ovalform) bei dieser Postfiliale ab 2. August 1999 angekündigt. Der textliche Zusatz weist auf den Deutschen Bundestag hin, die bildliche Darstellung zeigt das Reichstagsgebäude.

Nach dem Umzug des Deutschen Bundestages in das Reichstagsgebäude und einer Vielzahl von Provisorien nahm am 6. September 1999 unsere Volksvertretung ihre parlamentarische Arbeit in der Bundeshauptstadt auf. Anlässlich des 50. Jahrestages der konstituierenden Sitzungen von Bundestag und Bundesrat fand am 7. September 1999 im Plenarsaal des Deutschen Bundestages, Bonn, die Jubiläumssitzung statt. Die Deutsche Post AG führte bei den Postfilialen 53111 Bonn 1, 53113 Bonn 12 (Ladenzeile) und bei der Sonderstempelstelle einen Besonderen Stempel (Ovalform). Auch in 12103 Berlin Zentrum wurde ein Besonderer Stempel in Ovalform eingesetzt.

Vom 10. bis 16. Oktober 1999 fand im Internationalen Congress Centrum (ICC) (Mi Berlin 591) die 102. Konferenz der Interparlamentarischen Union „Berlin 1999“ (auch Bund 976) statt. Der Stempel mit Post-Eigenwerbung 12103 Berlin Zentrum (Ovalform) zeigt als bildliche Darstellung das Signet der Konferenz mit der Frontseite des Reichstagsgebäudes und der Quadriga (Mi DDR 1009) auf dem Brandenburger Tor sowie den Schriftzug „Berlin 1999“. Im ICC war eine für die Öffentlichkeit nicht zugängliche Sonderpostfiliale eingerichtet. Der Schalterterminal führte die Amtsbezeichnung „14055 Berlin SoPFi“.

In der „Philatelistischen Information der Deutschen Post AG“, Nr. 19/2000, vom 21. September 2000, wurden zwei Stempel angekündigt, die im Zusammenhang mit dem Jubiläum „10 Jahre Deutsche Einheit“ stehen und am 3. Oktober 2000 in 12103 Berlin Zentrum zum Einsatz kamen: 1) „10 Jahre Deutsche Einheit“ mit der bildlichen Darstellung eines Feuerwerks über dem Reichstagsgebäude und einer Menschenmenge (Ovalform) und 2) „Deutschlands Fest - Das Land sind wir Alle / Sammler-Service der Deutschen Post“ mit der Wiedergabe eines Feuerwerks über dem Brandenburger Tor (Ovalform). Da die Ankündigung der Stempel recht spät erfolgte, räumte die Deutsche Post AG für echt laufende Postkarten und Briefe eine Fristverlängerung bis zum 17. Oktober 2000 ein. Aber auch in der Berliner Tagespresse, so zum Beispiel im Tagesspiegel vom 22. September 2000 war im Vorbericht unter dem Titel „Eins Ost, eins West, ein Deutschlandfest“ auf den „Sonderstempel für Briefmarkenfreunde zum Tag der Einheit“ mit Abbildung hingewiesen worden. So feierten die Berliner und ihre Gäste vom 1. bis 3. Oktober 2000 unter dem Motto „Zehn Jahre danach - Berlin feiert“ das Jubiläum der deutschen Einheit. Auf den schon traditionellen Umzug war in diesem Jahr verzichtet worden, stattdessen gab es am Pariser Platz und im Bereich vom Brandenburger Tor bis zum Reichstagsgebäude bunte Programme mit viel Musik und Ständen mit Spezialitäten aus allen deutschen Ländern. Natürlich durfte auch der Stand der Deutschen Post AG nicht fehlen. Das eifrige Berliner Team „Erlebnis Briefmarken“ verkaufte in einem Zelt Briefmarken und philatelistische Souvenirartikel und führte am 3. Oktober 2000 auch beide Stempel. Im Sortiment waren sogar noch „Oldtimer“ wie das Sonderpostwertzeichen „Deutsche Einheit“ vom 3. Oktober 1990 zu 50 Pfennig (Mi Bund 1477) und der Gedenkblock „1. Jahrestag der Öffnung der innerdeutschen Grenzen“ vom 6. November 1990 (Mi Bund 1481 II-1482 II / Bl 22). Durch eine Digitalkamera der Post konnte sich jeder auch auf einem Plusbrief verewigen lassen. Der Handwerbestempel „Deutschlands Fest“ war bereits 1996, 1997 und 1998 in gleicher Zeichnung, aber mit der Postleitzahl „10878“ eingesetzt worden.

Vom 17. bis 21. November 2000 kam die 46. Jahrestagung der Parlamentarischen Versammlung der NATO zusammen. Vom 17. bis 20. November tagte sie im Bundesratsgebäude und am 20. November im Reichstagsgebäude. Neben dem Signet der Veranstaltung zeigt der Stempel mit Post-Eigenwerbung 12103 Berlin Zentrum (Ovalform) als bildliche Darstellung das Brandenburger Tor. Der Schalterterminal der Sonderpostfiliale lief an beiden Stellen unter der Amtsbezeichnung „14055 Berlin SoPFi“.

Vom 2. bis 3. Mai 2001 traf sich im Reichstagsgebäude die Westeuropäische Union zur Europäischen Versammlung für Sicherheit und Verteidigung. Der Stempel mit Post-Eigen-werbung 12103 Berlin Zentrum (Ovalform) zeigt als bildliche Darstellung das Signet des Kolloquiums. Im Reichstagsgebäude war eine öffentlich nicht zugängliche Sonderpostfiliale eingerichtet. Auf den Einlieferungsbelegen erhielten Einschreibsendungen den Tagesstempel 10619 Berlin 12 mit dem Kennbuchstaben j.

Die Bürger waren zu Tagen der offenen Tür am 1. bis 2. September 2001 in den Neubau des Bundeskanzleramtes und aller anderen Bundesministerien eingeladen. In 12102 Berlin Zentrum wurde ein Handwerbestempel (Ovalform) mit der stilisierten Darstellung des neuen Bundeskanzleramtes eingesetzt. Das Team Düren von „Erlebnis Briefmarken“ war mit einem Stand in Berlin und im Bundesministerium der Finanzen eingesetzt.

Vom 6. bis 10. Juli 2002 kam im Reichstagsgebäude die 11. Jahrestagung der Parlamentarischen Versammlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) zusammen. Die Sonderpostfiliale führte einen Sonderstempel 11011 Berlin, „11. Jahrestagung OSZE PV Berlin 6.-10.7.2002“ mit dem Signet der Versammlung und der gläsernen Kuppel des Reichstagsgebäudes (Ovalform). Wiederum wurden Einschreibsendungen mit dem Tagesstempel 10585 Berlin 10 und dem Kennbuchstaben r bestätigt.

Zur Wahl des 15. Deutschen Bundestages wurde auch am 22. September 2002 in 10117 Berlin beim Philatelie-Shop in der Postfiliale 10623 Berlin 12 sowie bei der Sonderstempelstelle ein Sonderstempel (Ovalform) eingesetzt. Der Stempel zeigt den Bundesadler wie er auf der Stirnseite des Plenarsaals im Reichstagsgebäude zu sehen ist.

Am 23. Mai 2004 trat im Reichstagsgebäude die 12. Bundesversammlung zusammen und wählte Horst Köhler (CDU) zum Bundespräsidenten. Die Deutsche Post AG führte den Besonderen Stempel 10117 Berlin, „Wahl des Bundespräsidenten“ (Ovalform). Das Team „Erlebnis Briefmarken“, Berlin, war mit einem Stand im Reichstagsgebäude vertreten. Die Einlieferungsbelege der Einschreibsendungen wurden mit dem Tagesstempel 10585 Berlin 10 und dem Kennbuchstaben r bescheinigt. Der Besondere Stempel war auch bei der Sonderstempelstelle erhältlich.

Am 22. Mai 2009 fand im Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin ein Staatsakt anlässlich des 60jährigen Bestehens der Bundesrepublik Deutschland statt. Der Besondere Stempel (Wappenform), der als bildliche Darstellungen den Bundesadler und das Konzerthaus zeigt, wurde außer bei der Sonderstempelstelle bei den Philatelie-Shop in den Postfilialen 10623 Berlin 12 (Goethestraße 2-3), 10178 Berlin 2 ( Rathausstraße 5), 10115 Berlin 4 (Chausseestraße 25), 10117 Berlin 8 (Friedrichstraße 69), 10559 Berlin 21 (Lübecker Str. 1), 10623 Berlin 120 (Joachimstaler Straße 7) auch bei der Postfiliale 10117 Berlin 100 im Deutschen Bundestag geführt. Das Team „Erlebnis Briefmarken“ führte am 23. Mai 2009 diesen Besonderen Stempel im Reichstagsgebäude mit und druckte ihn auf Wunsch auch auf echt laufenden Sendungen ab. Allerdings erhielten Einschreibsendungen auf dem Einlieferungsbeleg den Tagesstempel vom 23. Mai 2009.

Am 23. Mai 2009 wurde von der 13. Bundesversammlung Horst Köhler für eine zweite Amtszeit wieder gewählt. Die Deutsche Post AG war im Reichstagsgebäude mit einem Stand des Teams „Erlebnis Briefmarken“, Berlin, vertreten und führte den ovalen Besonderen Stempel 10117 Berlin, „Wahl des Bundespräsidenten“ (Ovalform). Als bildliche Darstellung zeigt der Besondere Stempel das Reichstagsgebäude mit zwei Bundesadlern als Lückenfüller. Für die Bestätigung der Einlieferungsbelege verwendete das Team den Tagesstempel 10585 Berlin, Deutsche Post Philatelie, mit dem Kennbuchstaben eb. Beim Stand des Teams konnten zwei Erinnerungsartikel erworben werden: Einen Sonderumschlag zur „13. Bundesversammlung“ und eine Karte „60 Jahre Bundesversammlung“ (Auflage je 3500 Stück) - nicht ohne Reiz ist die Erinnerung an die Stätten der Bundesversammlungen: 1949 das Bundeshaus in Bonn, von 1954 bis 1969 die Ostpreußenhalle in Berlin, von 1974 bis 1989 die Beethovenhalle in Bonn und seit 1994 das Reichstagsgebäude in Berlin. Der Besondere Stempel wurde auch bei der Sonderstempelstelle geführt.

Entgegen der ursprünglichen Planung der Deutschen Post AG, die Sonderpostwertzeichen am 10. September 2009 herauszugeben, wurde durch eine rechtzeitige Eingabe des Verfassers an den Präsidenten des Deutschen Bundestages der Erstausgabetag auf den 3. September 2009 vorverlegt. So erschien neben anderen Ausgaben auch der Block mit den Sonderpostwertzeichen „Deutscher Bundestag“ zu 55 Cent und „Bundesrat“ zu 90 Cent. Die beiden Marken zeigen die heutigen Dienstgebäude der in den Artikeln 38 und 50 des Grundgesetzes genannten Verfassungsorgane, die auch im Ersttagsstempel von 10117 Berlin wiedergeben sind. Die Ersttagsstempel wurden außer bei der Sonderstempelstelle Bonn am neuen Standort Am Propsthof 94 auch beim Philatelie-Shop in der Postfiliale Berlin12 (Goethestraße 2-3) und bei der Postfiliale Berlin 100 im Deutschen Bundestag sowie bei der Sonderstempelstelle Berlin (Uhlandstraße 85) geführt. Bemerkenswert ist auch ein am 6. September 2009 in 95213 Münchberg eingesetzter Stempel mit Post-Eigenwerbung (Rechteckform), der beide Dienstgebäude zeigt (Philatelie Aktuell, 17/2009, Nr 17/329).

Der für den 7. September 2009 in Philatelie Aktuell 17/2009 vom 14. August 2009 angekündigte Stempel mit Post-Eigenwerbung Nr 17/330 kam nicht in Berlin zum Einsatz, weil die Jubiläumssitzung des Deutschen Bundestages nicht im Reichstagsgebäude, sondern für den 7. September 2009 in den Plenarsaal des Bundeshauses in Bonn einberufen wurde. Kurzfristig wurde daher für diesen Tag ein Stempel mit Post-Eigenwerbung 53113 Bonn, „60. Jahrestag der Konstituierung des Ersten Deutschen Bundestages in Bonn“ (Wappenform) mit der Wiedergabe des Plenarbereiches des Deutschen Bundestages angekündigt. Außer bei der Sonderstempelstelle Bonn wurde der Stempel von zwei verschiedenen Erlebnis: Briefmarken-Teams geführt: Das Team Hanau war im Eingangsbereich des Deutschen Bundestages, das Team Düren im Philatelie-Shop in der Postfiliale 53111 Bonn 1 am Münsterplatz untergebracht, der an diesem Tage geschlossen hatte. Nur Einlieferungsbelege für Einschreibsendungen ermöglichen eine zweifelsfreie Zuordnung, wo die Belege aufgegeben worden sind.

 
 
 
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